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Lohnt sich ein Besuch in Montmartre?

Kopfsteinpflaster, Café-Stühle, Akkordeonklänge und die weiße Silhouette der Sacré-Cœur über einem – Montmartre wirkt weniger wie ein Stadtviertel als vielmehr wie ein Theaterbühnenbild, in dem dennoch echtes Leben pulsiert. Noch bevor Sie den Gipfel erreichen, eröffnet sich der Hügel immer wieder mit Treppen, Weinreben, Malern und plötzlichen Ausblicken über Zinkdächer.

Montmartre entwickelte sich zum Künstlerviertel von Paris, da es außerhalb der Altstadt lag, wo die Mieten günstig waren und die Ateliers von hellem Nordlicht durchflutet wurden. Die Basilika prägte später das Stadtbild auf dem Hügel, doch der eigentliche Reiz liegt in der Mischung aus Werkstatstraßen, Kabaretts und bewohnten Ecken, die ihren dörflichen Rhythmus nie verloren haben.

Der Lohn ist nicht nur der Blick auf Paris, sondern das Gefühl, zu Fuß durch die Mythologie der Stadt zu wandeln. Man verlässt diesen Ort mit einem klareren Verständnis dafür, warum Künstler, Schriftsteller und Romantiker immer wieder hierher zurückkehrten.

Lassen Sie es lieber sein, wenn: steile Straßen, Menschenmassen und gemächliches Schlendern durch belebte öffentliche Bereiche Ihnen Energie rauben.

Was gibt es in Montmartre zu sehen?

Wall of Love in Montmartre
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Wand der Liebe

Beginnen Sie in der Nähe von Abbesses, wo 311 Varianten von „Ich liebe dich“ auf einem tiefblauen Wandbild angeordnet sind. Es ist zwar nur ein kurzer Zwischenstopp, doch er vermittelt einen Eindruck von der Mischung aus Romantik, Straßenkunst und internationalem Publikumsstrom, die Montmartre auszeichnet.

Die Rue Lepic und die alten Windmühlen

Folgen Sie dem Hang vorbei an Cafés und den noch erhaltenen Windmühlen, die an das Montmartre vor der Eingemeindung an Paris erinnern. Dieser Abschnitt vermittelt am frühen Morgen, bevor die Mittagsgäste die Gehwege überfüllen, das dörflichste Flair.

Place du Tertre

Der Künstlerplatz des Viertels ist überfüllt, laut und dennoch sehenswert. Beobachten Sie die Maler bei der Arbeit, aber vereinbaren Sie die Preise für Porträts, bevor Sie Platz nehmen. Am Vormittag ist es noch einfacher; gegen Mittag entwickelt sich hier einer der größten Engpässe in Montmartre.

Basilika Sacré-Cœur

Treten Sie ein und erleben Sie den Stimmungswechsel: kühler Stein, gedämpfte Stimmen, Kerzenlicht und das riesige Mosaik „Christus in Majestät“ über Ihnen. Der Eintritt ist frei, daher ist immer viel los, doch im Innenbereich herrscht in der Regel eine ruhigere Atmosphäre als auf der Terrasse draußen.

Sacré-Cœur-Kuppel

Der eigentliche Höhenunterschied macht sich erst nach dem Aufstieg über die schmale Treppe bemerkbar. Der Zugang zur Kuppel ist nur mit Eintrittskarte möglich, die Besucherzahl ist begrenzt, und es gibt keinen Aufzug; dennoch ist der Blick über Paris von der Dachterrasse aus noch eindringlicher als von der darunter liegenden Terrasse aus.

Musée de Montmartre und Renoir-Gärten

Dieser ruhigere Ort vermittelt einen besseren Einblick in das künstlerische Leben des Viertels als der Hauptplatz. Sie werden Plakate, Gemälde und Atelierräume sehen und anschließend in Gärten mit Blick auf den Weinberg gelangen. Planen Sie mindestens eine Stunde ein.

Clos Montmartre und Lapin Agile

Der umzäunte Weinberg und die Kabarettvorstellung „Lapin Agile“ spiegeln den ursprünglichen, raueren Charakter Montmartres als Dorf wider. Man kann zwar nicht ungehindert durch die Weinberge schlendern, doch die Rue des Saules bietet einen der besten Fotostopps der Gegend.

Moulin Rouge

Die Tour endet am Fuße des Hügels, wo der Montmartre seinen theatralischen Charakter annimmt. Auch ohne Vorstellung verbindet die rote Windmühle die Kabarett-Vergangenheit des Stadtteils mit seinem heutigen Nachtleben. Der Abend ist die richtige Zeit; Tageslichtfotos lassen den Effekt flach wirken.

Montmartre-Rundgang: Geschichten, Straßen und Ausblicke auf die Kuppel von Sacré-Cœur

Ohne einen Reiseführer verbergen sich die spannendsten Geschichten von Montmartre hinter unscheinbaren Fassaden und Treppenhäusern. Der Montmartre-Rundgang mit Zugang zur Kuppel der Sacré-Cœur-Basilika bietet die Lösung: mit Erläuterungen vor Ort, einer Route über den Hügel und dem Zugang zur Kuppel, der die Skyline zu Ihrem krönenden Abschluss macht.

So erkunden Sie Montmartre

Benötigte Zeit: Planen Sie 2–3 Stunden für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Montmartre ein, oder 4–5 Stunden, wenn Sie die Kuppel besichtigen, ein Museum besuchen, zu Mittag essen und Zeit für einen gemütlichen Spaziergang ohne Eile haben möchten. Bei der kurzen Variante dreht sich alles um den Kernbereich auf dem Hügel; der Besuch wird umfangreicher, sobald Sie den Aufstieg zur Kuppel des Sacré-Cœur, das Musée de Montmartre oder einen Zwischenstopp für ein Porträt auf der Place du Tertre hinzufügen.

Wanderroute: Beginnen Sie an der Abbesses oder der Anvers und arbeiten Sie sich nach oben vor, anstatt direkt am Gipfel anzukommen; der Aufstieg ist Teil des Erlebnisses. Wenn Sie bei den Abbesses beginnen, können Sie die „Mauer der Liebe“ besichtigen, durch ruhigere Straßen hinaufsteigen, die Place du Tertre noch vor dem Mittagsandrang erreichen, dann die Sacré-Cœur betreten und Ihren Rundgang mit dem Aufstieg zur Kuppel abschließen, solange Ihre Beine noch warm sind. Schlendern Sie anschließend in Richtung Norden zum Museum, zu den Renoir-Gärten und zum Weinberg und gehen Sie dann hinunter in Richtung Moulin Rouge.

Unbedingt sehenswert: Die Basilika Sacré-Cœur, die Kuppel, die Place du Tertre und mindestens ein gemächlicher Spaziergang durch eine Seitenstraße wie die Rue de l’Abreuvoir. Optional: das Musée de Montmartre und die Renoir-Gärten, die einen zusätzlichen Einblick bieten und eine ruhigere Stunde ermöglichen; das Moulin Rouge von außen, was 15 Minuten zusätzlich in Anspruch nimmt und am besten nach Einbruch der Dunkelheit zu besichtigen ist.

Geführter Unterricht vs. Lernen im eigenen Tempo: Ein Spaziergang auf eigene Faust ist ideal, wenn Sie gerne auf Entdeckungstour gehen, doch eine geführte Tour bietet einen echten Mehrwert, da sich die künstlerische Geschichte von Montmartre hinter unauffälligen Fassaden verbirgt und leicht übersehen wird.

Ein kurzer Überblick über die Geschichte von Montmartre

  • Vor dem 19. Jahrhundert: Montmartre war ein eigenständiges Bergdorf mit Mühlen, Weinbergen, Steinbrüchen und Klöstern außerhalb von Paris.
  • Mitte des 19. Jahrhunderts: Günstige Mieten und offene Ateliers zogen Künstler, Schriftsteller und die Kabarettszene auf den Hügel.
  • 1860: Montmartre wurde an Paris angegliedert, behielt jedoch seine eigenständige dörfliche Identität, die das Stadtviertel bis heute prägt.
  • 1875: Der Bau der Sacré-Cœur begann nach dem Deutsch-Französischen Krieg und veränderte die Skyline über dem Stadtteil nachhaltig.
  • Belle Époque: Kabaretts wie das Moulin Rouge und das Le Lapin Agile trugen dazu bei, Montmartre zur Boheme-Bühne der Stadt zu machen.
  • 1933: Der Weinberg „Clos Montmartre“ wurde neu bepflanzt, wodurch eine der ältesten lokalen Traditionen des Hügels im modernen Paris bewahrt wurde.
  • Heute: Montmartre ist nach wie vor eines der meistbesuchten Viertel von Paris und vereint Pilgerstätte, Künstlerviertel und lebendiges Wohnviertel in sich.

Wer hat es gebaut?

Montmartre wurde nicht von einem einzigen Mäzen oder Architekten geschaffen. Es entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg zu einem Dorf auf einem Hügel und wurde 1860 Teil von Paris. Das Wahrzeichen, das heute die Silhouette des Viertels prägt – Sacré-Cœur –, wurde von Paul Abadie entworfen, doch das Viertel selbst ist ein vielschichtiges Gemeinschaftswerk.

Die Architektur von Montmartre

  • Stil: Montmartre wirkt eher vielschichtig als einheitlich: Dorfhäuschen, Pariser Fassaden aus dem 19. Jahrhundert und der römisch-byzantinische Baukörper der Sacré-Cœur befinden sich alle auf demselben Hügel.
  • Materialien: Ihnen fallen die Stuckfassaden, die Steintreppen, die schmiedeeisernen Balkone und der helle Château-Landon-Travertin der Sacré-Cœur ins Auge, der dazu beiträgt, dass die Basilika ihre strahlende, kreideartige Ausstrahlung bewahrt.
  • Technik: Der Hügel selbst prägt das Erlebnis. Standseilbahnschienen, stufenförmige Fahrspuren, Stützmauern und die erhöhte Plattform der Basilika machen die Höhenlage zu einem Bestandteil der Architektur.
  • Auf dem Boden: Die Bebauung von Montmartre offenbart und verbirgt Paris immer wieder aufs Neue. Hinter einer Kurve erwartet Sie eine enge Gasse mit Fensterläden und Weinreben; die nächste Kurve eröffnet plötzlich den Blick auf die ganze Stadt.
  • Architekten: Es gibt keinen einzelnen Architekten, der Montmartre als Stadtviertel prägt. Die Skyline der Stadt ist jedoch untrennbar mit Paul Abadies Sacré-Cœur verbunden, das so konzipiert wurde, dass es den Hügel krönt, anstatt sich in ihn einzufügen.

Wer hat es gebaut?

Wenn Sie eher an die Skyline von Montmartre als an die Straßen des Viertels denken, ist Paul Abadie die Schlüsselfigur. In den 1870er Jahren erhielt er den Auftrag für die Sacré-Cœur und entschied sich für einen römisch-byzantinischen Entwurf, der bewusst monumental und andachtsvoll gestaltet war und von der Stadt aus unübersehbar war.

In Montmartre wird die Weinlese nach wie vor gefeiert

Jedes Jahr im Oktober wirkt Montmartre für kurze Zeit weniger wie eine Postkarte und eher wie ein Stadtteil mit einem ganz eigenen Rhythmus. Die „Fête des Vendanges“ feiert das Weingut Clos Montmartre mit Umzügen, Verkostungen, Konzerten und Veranstaltungen in der Nachbarschaft und erinnert Sie daran, dass die Identität des Hügels nicht nur künstlerischer oder religiöser Natur ist. Zudem blickt die Stadt auf eine landwirtschaftliche Vergangenheit zurück, die Paris nie ganz auslöschen konnte. Auch außerhalb der Festivalwoche ist dieser erhalten gebliebene Weinberg von Bedeutung, da er Montmartre in einem älteren Rhythmus verankert – zuerst Dorf, dann Hauptstadt.

Häufig gestellte Fragen zu Montmartre

Ja, vor allem, wenn Sie Paris im Schritttempo erleben möchten – mit schönen Ausblicken, lebhaftem Straßenleben und einem ausgeprägten Nachbarschaftscharakter in einem kompakten Viertel.